ZUSAMMENARBEIT
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| Foto: Miriam Overhoff |
In schwierigen Zeiten ist man auf die Unterstützung Anderer angewiesen. In guten Zeiten macht es Freude und bereichert, wenn man mit Anderen zusammenarbeiten darf.
Wir leben in schwierigen Zeiten: das Geld wird knapper. Fast noch schlimmer: die Zeit wird knapper.
Aber derzeit arbeite ich in zwei Schulprojekten, in denen die Zusammenarbeit mit den Lehrern und Schülern einfach Freude macht.
Bei allen sorgenvollen Gedanken, die man sich so machen muss, ist es geradezu erfrischend, auf Menschen zu treffen, die sich die Zeit nehmen, spielerisch die Welt zu erforschen. Das gilt für Schüler wie für Lehrer. Denn die verantwortlichen Lehrer lassen sich ja immer auf ein Experiment ein, wenn sie eine schulfremde Person an ihr Haus holen. "Wie wird sie mit den Schülern umgehen? Wie wird sie mit uns umgehen? Welche Themen und Thesen wird sie aufstellen?" Sie könnten natürlich auch etwas vorgeben. Aber sie sind neugierig, auf das Andere, das eine Theaterpädagogin so ins Schulleben bringen kann: Wenn das nicht echter Forschergeist ist.
Und obwohl sie nicht wissen, was auf sie zukommt, sorgen sie dafür, dass ich frei arbeiten kann. Ein gutes Gefühl - in guten wie in schlechten Tagen.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
WIR WAREN HELDEN. SO STEHT ES GESCHRIEBEN!
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| Foto: Gerd Fierus |
Gestern hatten wir Premiere mit den "Nibelungen" in der börse. Nach vieler harter Arbeit konnten wir endlich zeigen, wie wir die Geschichte sehen.
Mit viel Kraft und voller Gefühl erzählte das junge börsenensmble in Wuppertal die alte Geschichte neu.
So konnten sie das Publikum über zwei Stunden in ihren Bann ziehen. Manch einer wollte in der Pause gar nicht den Saal verlassen, vor lauter Neugierde wie es weiter geht.
Die Geschichte rund um Siegfried und Kriemhild packte irgendwann jeden. Ich glaube fest, dass das auch daran lag, weil jeder aus dem Ensemble selbst gepackt war. Keiner erfüllt nur eine Rolle, geschweige denn ein Klischee. Alle waren die Nibelungen. Alle kämpften mit und um einander. Hinter der Bühne gaben sie einander Kraft, denn das Stück zerrt an einem.
Und so konnte das Ensemble gestern wohlverdient den Applaus entgegen nehmen, der schnell in Klatschmärsche und Bravo-Rufen überging.
Wir freuen uns sehr, heute Abend noch mal spielen zu dürfen.
Es gibt auch noch Karten unter: 0202 243 22 0
Hier ein paar erste Eindrücke: musiklabor-netzwerk
und wuppermond.de
DER COUNTDOWN LÄUFT
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| Foto: Riccarda Könemann |
In genau zwei Wochen haben wir Premiere mit "Nibelungen". Die Nervosität steigt, aber auch die Vorfreude. Mit jedem Tag kommt ein neues Mosaiksteinchen hinzu. Ritualschüssel, Scheinwerfer an den richtigen Stellen, Kostümteile: gestern, heute, morgen
Nächste Woche der Tanzteppich, die Flyer.
Die Teaser laufen schon auf Facebook
So viele Menschen sind im Hintergrund beteiligt. Viele gänzlich ohne Geld, alle mit mehr Einsatz als sie bezahlt bekommen. Das zeigt auch, wie wichtig alle das Projekt nehmen.
Aber was kann an einer 800 Jahre alten Geschichte wichtig sein?
Liebe, Hass, Intrigen, Rache, Blut, Ausweglosigkeit - das sind zeitlose Themen. So lange es Menschen gibt, wird es Leute geben, die behaupten, man müsse andere unterwerfen - das sei Politik. So lange es Menschen gibt, wird es Leute geben, die jede Form von Glauben missbrauchen. So lange es Menschen gibt, wird es Leute geben, deren Wort mehr gilt als das von anderen.
In den Nibelungen kann man nachlesen - oder wenn man zur Premiere kommt, erleben - wohin das führt: zu Tod und Verderben.
Wir arbeiten weiter und sind gespannt auf die Premiere am
Mittwoch, 09. September und am Donnerstag, 10. September 2015 jeweils um 19.30 Uhr in der börse Kommunikationszentrum, Wuppertal, Wolkenburg 100.
Karten: 8/5 € Reservierung unter: 0202 243 22 0
NEUES JAHR, NEUES STÜCK
Am Sonntag, 23.08.2015 um 16.00 Uhr hat mein neues Stück Premiere.
"Beste Freunde - Ein Smartphonestück" ist in der Zusammenarbeit mit den 7 Kindern des Theaterkurses Mini-Art der Musik- und Kunstschule Velbert entstanden. Ich selbst besitze kein Smartphone. Aber in meiner Umgebung haben 90 % derLeute eines. Von den mitspielenden Kindern haben sechs ein Smartphone. Wenn ich zur Probe komme, herrschte früher oft Tohuwabohu: Die Kinder spielten Fangen, redeten alle gleichzeitig aufeinander ein. Heute stört nur mal ein Musikvideo, dass eine SchülerIn der anderen zeigt, die Stille. Alle tippen und wischen, sitzen getrennt voneinander. Das sind aber die gleichen Kinder, bei denen ich mir noch vor einem Jahr Sorgen machen musste, ob die Einrichtung heil bleibt.
Das hat mich neugierig gemacht. Was ist so toll an diesen Leuchtkästen, dass das man dafür das Chaos links liegen lässt? Die Kinder haben es mir dann erklärt. Ich habe einiges gelernt über teils wirklich kreative Apps oder lustige Spielereien und Dinge, über die sie sich selbst ärgern. Zitat während einer Probe "Boah.... jetzt habe ich über 100 neue Nachrichten innerhalb von einer Stunde und die meisten Leute kenne ich noch nicht mal - was soll der Sch....?!"
Auf Grundlage der Apps haben wir Formate für Szenen gefunden. Auf Basis von Erlebnissen und mit der Spielfreude der Kinder haben wir viele Szenen entwickelt, die mal spaßig, mal ernst das Thema erhellen. Wie mit einem Wisch über das Telefon wechseln dabei die Szenen schnell. Manchmal so schnell, dass den Darstellern selbst schwindelig wird. Aber macht uns nicht auch alle das Internet mit seiner Schnelligkeit manchmal schwindelig? Wie soll man sonst die Überforderung erfahrbar machen. Obwohl, manchmal finden wir es ja auch ganz schön, wenn es turbulent zugeht, auch wenn man dabei was verpasst, oder?
Und für alle, denen es so im Stück gegangen ist und für die, die nicht alle Internetidentitäten erkannt haben und für alle, die gerne mehr erfahren würden, bieten sich die Kinder am Ende des Stücks als Experten im Publikumsgespräch an.
Und dass diese Kinder Experten sind, durfte ich im Laufe der halbjährigen Entwicklungsarbeit immer wieder erleben. Wirklich spannend.
Neugierig geworden?
"Beste Freunde - Ein Smartphonestück" von und mit dem Theaterkurs Mini-Art der Musik- und Kunstschule, Velbert.
Premiere, Sonntag, 23.08. um 16.00 Uhr
2. Aufführung, Montag, 24.08. um 09.40 Uhr (Schulvorstellung)
jeweils in der Aula der Realschule Kastanienallee, Velbert
Der Eintritt ist frei.
EINER FÜR ALLE, ALLE FÜR EINEN!
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| Foto: Riccarda Könemann |
Was ist das schön, so ein Ensemble zu haben! Nicht nur, dass alle mit Freude spielen und vor kreativen Ideen sprudeln. Nein... eine schreibt neben den Theatertexten nochmal flugs ein Drehbuch und führt Regie beim Film. Wieder jemand macht die Tonaufnahmen. Die andere macht die Pressefotos. Da werden Kostüme und Requisiten zusammengesammelt. Da werden Tipps gegeben, wie man den Blick in die Kamera noch spannender machen.
Und wenn die Regisseurin ein dringendes Gespräch in einem anderen Projekt führen muss, arbeiten alle einfach weiter, weil sich eben alle aufeinander verlassen können. Ganz ohne Schwur. Ganz ohne Nibelungen-Ehre.
Und da zeigt sich mal wieder, wie gut es ist mit einem altersdurchmischten Ensemble zu arbeiten. Im jungen börsenensemble in Wuppertal arbeiten 15jährige mit 30jährigen zusammen. Leider wird sowas selten gefördert. Dabei ist doch eine solche Erfahrung sehr wichtig für alle. Die Teenies haben noch die Verve und die Unbekümmertheit der Roukies. Die "Großen" punkten mit Ruhe und Erfahrung. So soll es sein. Und dann helfen auch noch die Techniker mit, wenn wir überziehen und ein Kameramann, der uns vorher gar nicht kannte. Das ist wirklich toll. Ansehen kann man sich das Ergebnis am 09. September in der börse zu Wuppertal. Bis dahin bleibt uns die Arbeit im Einzelnen, aber auch in der Gemeinschaft.
Aber mit einem so durchmischten Beziehung ist jeder Minute spannend. Hoffentlich sind bald die Ferien zu ende.
RÜCKBLICK - AUSBLICK
Aufregende Wochen liegen hinter meinen Ensembles und mir. Endproben, Premieren, Abschiede. Ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Berauscht vom Applaus; ernüchtert nach dem Abbau: alles sieht aus wie zuvor. Als wäre man nicht da gewesen.
Und doch weiß ich genau, dass diese so flüchtige Kunst, die scheinbar nur für den Augenblick lebt, nachhaltig ist. Natürlich wird der Bürgermeister in zwei Monaten nicht mehr wissen, dass die Leute sich nach der letzten Aufführung von "Grenzfälle" die Hände rot geklatscht haben. Natürlich wird der Verwaltungsrat bald nicht mehr wissen, dass die Grundschüler der Wilhelm-Ophüls-Schule bei "Tom Sawyer" über sich hinaus gewachsen sind. Gewichtige und meist unangenehme Themen verdrängen schnell Positives.
Doch für die Kinder, Jugendlichen und Eltern ist es unmöglich zu vergessen, wie man nach langer Arbeit mit einer solchen direkten Wertschätzung belohnt wird.
Wie jeder einzelne erleben konnte, dass er mehr kann, als er sich selbst und oft auch andere ihm zugetraut hatte.
Gestern gab es eine Lehrerkonferenz, in der auch über "Tom Sawyer" gesprochen wurde. "Das kann man eben nicht mit Mathe erreichen" war ein so bezeichnender Satz (nicht das ich glaube, Mathematik wäre kein wichtiges Fach!) Doch wie begeistert, waren die Lehrer darüber, ihre Kinder mal so ganz anders erleben zu dürfen.
Das kann eben nur Theater und - wie ich finde - spartenübergreifende Projekte im Besonderen: denn hier kann wirklich jeder zeigen und erfahren, dass er etwas kann.
Das ist etwas, was niemand diesen Kindern und Jugendlichen leben kann.
Das ist eine Erfahrung, die sie ihr Leben hindurch begleiten wird.
Das ist eine Erfahrung, die mir hilft weiter zu machen.
Trotz aller Sparzwänge.
Trotz aller Widerstände.
Trotz aller Unkenrufe und Panik mache, bald gäbe es niemanden mehr, der sich für Kultur interessiert.
Daher freue ich mich in der nächsten Spielzeit/im nächsten Schuljahr auf die Premiere von "move it" in Wuppertal, wo ich die jungen Tänzer bei ihrer Lebenswegplanung begleiten darf.
Auf die Premiere von "Beste Freunde - Ein Smartphonestück" von den Kindern der Musik- und Kunstschule, Velbert.
Auf die Premiere der "Nibelungen" mit dem jungen börsenensemble in Wuppertal!
DER SCHÖNSTE JOB DER WELT!
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| Foto: Gerd Fierus |
Heute Abend spielen wir zum letzten Mal das Musical "Grenzfälle" im Forum Niederberg.
Und obwohl ich nicht mitspiele, ist es völlig natürlich "wir" zu sagen. Ich stehe hoch über der Bühne in der Lichtregie. Nicht jedes Wort kommt in der eigentlich schalldichten Kabine an, aber jeder gesprochene Satz trifft ins Herz und manchen auch in Zwerchfell... und das obwohl ich alles auswendig kenne - habe ich es doch geschrieben und 9 Monate mit den jugendlichen Akteuren geprobt.
Wenn sie tanzen und singen, will alles in mir mitmachen. Nicht eine Sekunde kommt Routine auf, obwohl wir hinter den Kulissen unglaublich routiniert arbeiten. Wenn im Vorfeld Unsicherheiten aufkamen (auf der Bühne kann man sich nie sicher sein), gab es Halt, Trost, Energie und Ideen aus dem Team. So steht jeder für jeden ein.
In den letzten Monaten sind die Jugendlichen aus dem Ensemble so gewachsen. Jeder hat seine eigenen Schritte gemacht und so wird es nicht langweilig, ihnen zu zuschauen.
Wann hat man schon mal so eine Gelegenheit?
Daher ist es keine Frage: Mein Job ist der Schönste der Welt!